Heidenweg: Troi Paian

Der Troi Paian, der Heidenweg in Gröden, war in der vorchristlichen Zeit eine Verbindungsroute vom Eisacktal bis nach Venedig, welche als Wanderung wiederentdeckt wurde.
Der Troi Paian führt oberhalb von St. Ulrich durch den schönen Raschötzer Wald bis nach Lajen.
Der Troi Paian führt oberhalb von St. Ulrich durch den schönen Raschötzer Wald bis nach Lajen.

Toureninfo

Gesamtdauer
4 h 30 min
Dauer Aufstieg
2 h
Dauer Abstieg
2 h 30 min
Strecke
17 m
Aufstieg
750 hm
Abstieg
1125 hm
max. Höhe
1823 m
Schwierigkeit
Kondition
Technik
Beste Jahreszeit
  • Januar
  • Februar
  • März
  • April
  • Mai
  • Juni
  • Juli
  • August
  • September
  • Oktober
  • November
  • Dezember

Einleitung

Der Troi Paian hat viel zu bieten: Es handelt sich um eine lange Wanderung, wo auch Geschichtsinteressierte auf ihre Kosten kommen. Aber nicht nur, denn nach dem anfänglichen Aufstieg bis Balest oberhalb von St. Jakob verläuft der Weg in mäßiger und angenehmer Steigung durch die Schatten spendenden Wälder von Raschötz im Grödner Tal und danach absteigend bis zur Ortschaft Lajen. Dabei kann man immer wieder die eindrucksvolle Aussicht genießen und ist zudem meist alleine unterwegs.

St. Ulrich mit Raschötzer Wald Zoom
Der Troi Paian verläuft unterhalb der Felsen von Balest und dann absteigend durch den Raschötzer Wald.
Foto

Anfahrt

Von der Autobahn A-22 kommend fährt man über die SS242 bis nach St.Urlich. Wählt man die kürzere Variante so beginnt die Wanderung an der Seceda Seilbahn, wo sich auch der Parkplatz befindet. Für die längere Variante kann man das Auto im Parkhaus Central abstellen und zur Pfarrkirche von St. Ulrich laufen, wo die Wanderung beginnt.

Gröden ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erreichbar. Die Linie 350 fährt im Halbstundentakt von Waidbruck bzw. Klausen bis nach St. Ulrich, wo man bei der Bushaltestelle Antonius Platz aussteigt. Die Seilbahn erreicht man in kürze über die Rolltreppe und den Tunnel „La Curta“ vom Antonius Platz aus.

Beschreibung

Etappe 1: St. Ulrich zur Kirche von St. Jakob

Hinweis: Auch die längere Variante kann etwas abgekürzt werden. Dazu nimmt man bis St. Jakob den City-Bus (kleiner grüner Bus), welcher ebenfalls vom Antonius Platz startet.

Besonders ausdauernde Wanderer können direkt von St. Ulrich starten. Von der Pfarrkirche von St. Ulrich folgt man der Sacun Straße, die aufsteigend nach St. Jakob führt. Bereits nach 150 Metern zweigt links der Weg des Dialoges ab (markierter Weg Nr. 6). Man folgt dem Weg Nr. 6 immer entlang des Bergrückens von Col de Flam für ca. 200 Hm bis man die St. Jakobs Kirche erreicht. Diese befindet sich in einer Lichtung im Wald, die den Blick auf die imposante Langkofelgruppe freigibt: Ein Ausblick wie ein Gemälde und einer der schönsten Fotospots in ganz Gröden.

Weg des Dialogs in St. Ulrich Zoom
Der Weg des Dialoges führt angenehm ansteigend über Col de Flam Richtung St. Jakobskirche.
St. Jakobskirche Zoom
Die Kirche von Jakob ist die älteste von Gröden und ein wunderschöner Ort zum Verweilen.
Foto

Etappe 2: St. Jakob - Seceda Mittelstation

Man folgt dem Weg Nr. 6 weiter durch den Wald aufsteigend bis man auf einer Höhe von 1823 m den Aussichtspunkt Balest erreicht. Gegen Norden fallen steile Schutthalden ins Annatal hinab. Dazwischen kann man auf einer Erhebung die Ruine des ausgegrabene Schloss Stetteneck erkennen. Einer der geschichtsträchtigen Orte entlang des Troi Paian. 

Von Balest geht es auf dem Weg Nr. 8 über Geröllhalden unterhalb von steilen Felswänden bergab, bis man wieder den Wald erreicht und der Weg zur Furnesalm führt, wo sich die Mittelstation der Seceda-Seilbahn befindet.

Dieser erste Teil ist der steilste und auch anstrengendste der gesamten Wanderung. Wer diesen Teil auslassen möchte, der kann direkt mit der Seceda Seilbahn bequem die Mittelstation erreichen und von hier aus die Wanderung beginnen.

Aussicht von Balest Zoom
Von Balest aus sieht man die Geislerspitzen, die Felsen des Seceda und den kompletten Raschötzer Wald.
Felsen bei Balest Zoom
Von Balest führt der Troi Paian unterhalb von Felsen leicht absteigend zur Mittelstation der Seceda Seilbahn.
Foto

Etappe 3: Mittelstation - Ortschaft Lajen

Von der Mittelstation aus nimmt man den Weg Nr. 8 Richtung Norden. Man erreicht so rasch den Cuecenes Bach. Cuecen ist Ladinisch und bedeutet "Rot". Es hat seinen Grund, weshalb diese Gegend nach dieser Farbe benannt wurde. Die Sedimentgesteine unterhalb des Seceda sind rötlich gefärbt. Es handelt sich hierbei um den Grödner Sandstein.

Über den Bach führt eine schmale Brücke und man steigt weiter aufwärts und erreicht so den Col Ciarnacei, an dem wertvolle Funde gemacht wurden.

Der weitere Weg ist eigentlich unschwer zu finden, denn der Troi Paian verläuft mehr oder weniger auf konstanter Höhe quer durch den Raschötzer Wald. Man wandert so für ca. 3 km den Weg Nr. 8 entlang und kann so richtig die Ruhe und Magie dieses Waldes aufnehmen und die Gedanken schweifen lassen. Mehr Konzentration braucht es dann wieder ab der Stelle, wo der Abstieg beginnt, der zur Katzenleiter führt. Diese originelle Stelle führt über eine kurze Felsstufe, an der man etwas Trittsicherheit mitbringen sollte.

Wanderweg durch den Raschötzer Wald Zoom
Der Verlauf des Troi Paian durch den Raschötzer Wald ist abwechslungsreich, wunderschön und nicht anstrengend.
Foto

Anschließend wird der Weg wieder einfacher und führt durch die Wälder unterhalb von Raschötz. Der markierte Weg Nr. 8 führt einen so zuerst zum ehemaligen Ranatschhof (1413 m), welcher in alten Dokumenten immer wieder aufscheint.

Um die Wanderung bis nach Lajen fortzusetzen, folgt man dem Weg Nr. 8 kurz entlang der Straße und biegt dann nach rechts auf den Weg Nr. 8A ab. Dieser führt an den Soragomp-Höfen vorbei und weiter westwerts bis Nuflatsch (1447 m). Von hier beginnt der Abstieg über den Weg Nr. 34 nach Tschöfas und in kürze erreicht man das Dorf Lajen.

Zurück nach St. Ulrich geht es mit dem Bus Nr. 351, welcher direkt bis nach St. Ulrich fährt.

Ortschaft Lajen Zoom
Unsere Wanderung über den Troi Paian endet schließlich in der malerischen Ortschaft Lajen.
Foto

Geschichtliches

Entlang des Heidenwegs kann man nicht nur die Natur genießen, sondern auch so einiges aus der Vergangenheit erfahren. Der Troi Paian war ein Handelsweg, der das Eisacktal mit dem Eisenbergwerk in Buchenstein, im Belluno verband. Dieses befand sich bei Fursil, am Fuße des Monte Póre in der Nähe des heutigen Colle Santa Lucia.

Entlang dieses Weges wurden einige der ältesten Funde des Grödnertales gemacht. Hierzu zählt der im Jahre 1830 gefundene Bronzedolch, der am Balestberg entdeckt wurde. Er wird der Frühphase der Urnenfelderkultur in der späten Bronzezeit zugeordnet. Datiert wurde der Dolch auf eine Zeit um 800 v. Chr. datiert und bestaunen kann man ihn heute noch im Grödner Heimatmuseum in St. Ulrich.

Weiteres nimmt man an, dass am Col Cianacei auch Handel betrieben wurde. So geht man davon aus, dass hier Viehmärkte abgehalten wurden. Unweit davon, bei Furnes wurden Reste von Öfen gefunden. Im Italienischen bedeutet „forno“ Ofen.

Insider-Tipp

Die Ortschaft Lajen lässt sich auch über eine alternative Wanderroute von St. Ulrich aus über den idyllischen Poststeig erreichen. Diese Wanderung führt durch zauberhafte Wälder und bietet herrliche Ausblicke auf die Dolomiten. Ideal für Naturliebhaber, die eine abwechslungsreiche Strecke suchen.

Karten

  • Tabacco Nr.05, Gröden-Val Gardena. Die Tabacco Karten sind auch über die App zu erhalten.
  • AV-Karte Nr. 52/I