Wanderung: traditionelle Bauernhöfe

Dieser Rundweg führt an historischen Bergbauernhöfen vorbei und man erhält Informationen zur Geschichte der Kulturlandschaft Grödens.
Der Paratoni Hof in St. Christina ist nicht nur ein wunderschön erhaltener Hof. Hier kann man auch typische ladinische Spezialitäten genießen.
Der Paratoni Hof in St. Christina ist nicht nur ein wunderschön erhaltener Hof. Hier kann man auch typische ladinische Spezialitäten genießen.
Aaron MoroderWandern & Klettern
Inhaltsverzeichnis

Toureninfo

Gesamtdauer
2 h 30 min
Dauer Aufstieg
1 h 30 min
Dauer Abstieg
1 h
Strecke
7,5 km
Aufstieg
450 hm
Abstieg
450 hm
max. Höhe
1824 m
Schwierigkeit
Kondition
Technik
Beste Jahreszeit
  • Januar
  • Februar
  • März
  • April
  • Mai
  • Juni
  • Juli
  • August
  • September
  • Oktober
  • November
  • Dezember

Einleitung

Auf den steilen Wiesen oberhalb von St. Christina in Gröden haben einige Höfe die Jahrhunderte überstanden und sind noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben. Wie ein Nest sind sie in die steile Umgebung gebaut, als Zeitzeugen einer längst vergangenen Zeit, in der das Leben in den Bergen hart und entbehrungsreich war.

Entlang dieser Wanderung sind zahlreiche informative Tafeln zu finden, welche den Rundgang traditioneller Höfe – besonders für geschichtsinteressierte Wanderer - ausgesprochen lehrreich gestalten. Aufgrund der geringen Höhenlage ist diese Tour von Frühjahr bis Herbst empfehlenswert und auch für Schlechtwettertage eine Option.

Pfarrkirche St. Christina Zoom
Wir beginnen den Rundweg traditioneller Höfe an der Pfarrkirche von St. Christina, wo sich das erste Wanderschild befindet.
St. Christina in Gröden Zoom
Die Höfewanderung ist meist schneefrei und kann daher fast ganzjährig begangen werden.
Foto

Anfahrt

Von der Brennerautobahn (A22) kommend fährt man in das Grödnertal durch die Ortschaft St. Ulrich (SS242) bis nach St. Christina. Einige Parkmöglichkeiten stehen unterhalb der Turnhalle in der Nähe der Kirche oder am Gemeindeplatz zur Verfügung.

Gröden ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die Linie 350 fährt im Halbstundentakt von Waidbruck bzw. Klausen bis nach St. Christina, wo man am besten an der Haltestelle „Rathaus“ den Bus verlässt. Von hier aus folgt man leicht ansteigend der Gemeindestraße „Streda de Chemun“, die neben dem Rathaus verläuft und direkt bis zur Pfarrkirche von St. Christina führt, dem Ausgangspunkt dieser Wanderung.

Beschreibung

Von der Pfarrkirche in St. Christina folgt man der Beschilderung „Rundgang traditioneller Höfe“. Zunächst geht es noch leicht ansteigend über die Via Paul Richtung Westen durch den Ort. Man erreicht so den Wald und gleich dahinter die ersten Höfe mit dem „Pilon Hof“. Hier kann man schon mal die Aussicht genießen: der Langkofel erhebt sich eindrucksvoll in die Höhe und man kann bereits bis auf die Seiser Alm blicken.

Ulëta Hof Zoom
Ulëta Hof: über Jahrhunderte lebten in den Gemeinden fast ausschließlich Bauern. Einzelhöfe prägten das Siedlungsbild.
Foto

Vom Pilon Hof führt der Weg Nr. 32A steil hinauf, bis er den nächsten Weiler erreicht: die sogenannten „Ulëta Höfe“. Man bleibt hier auf dem Weg Nr. 32A, der gleich hinter den Ulëta Höfen über die Wiesen nach Westen führt. Sobald man den Wald erreicht hat, gelangt man zu einer Weggabelung, wo man den Weg Nr. 33 nach rechts nimmt. Nach ca. 200 Metern biegt man erneut nach rechts, auf den Weg Nr. 32, ab, der relativ flach nach Nord-Osten führt. Man wandert so teilweise durch lichten Wald und über schöne Wiesen und kann vor sich ein einzigartiges Panorama in die Grödner Dolomiten bestaunen. 

Alsbald erreicht man eine relativ flache Wiese, auf der sich der Weiler „Praulëta“ befindet. Hinter den Höfen geht es über den Weg Nr. 20B weiter aufwärts in den Wald, bis man die Forststraße (Weg Nr. 4) erreicht, der man nach rechts Richtung Osten folgt. Nach etwa 300 Metern erblickt man unterhalb der Straße den nächsten Hof, namens „Runcaudië“. Um genaueres über diesen Hof zu erfahren, muss man zum Hof absteigen und anschließend zum Weg Nr. 4 zurückkehren.

Runcaudië Hof Zoom
Runcaudië Hof: Die erhalten gebliebenen Höfe und Wiesen zeugen vom Kampf des Menschen, dem Wald wertvolles Kulturland abzugewinnen.
Foto

Bei der nächsten Kreuzung folgt man der Forststraße Richtung Mastlé-Alm hinauf. Man lässt die Schranke links liegen, nimmt den Weg „Troi dal Scherlates“ und folgt diesem für ca. 500 Meter aufsteigend bis zu einer Weggabelung. Hier geht es nun nach rechts abwärts Richtung Pramulin Hütte (Hinweisschild), die sich auf einer Höhe von 1601 m etwas oberhalb der Seilbahnstation befindet, die auf den Col Raiser führt. Die Pramulin Hütte ist im Sommer wie auch im Winter ein Geheimtipp für köstliche Speisen.

Auf der Höfewanderung warten nun noch die ältesten und auch eindrucksvollsten Ziele auf den Wanderer. Oberhalb der Pramulin Hütte geht es orographisch rechts auf Weg Nr. 1B weiter, wo man bald den „Insom Hof“ erreicht. Die nächsten Höfe befinden sich in besonders steilem Gelände und es ist beeindruckend sich vorzustellen, dass diese steilen Wiesen über Generationen die Lebensgrundlage für bäuerliche Großfamilien waren.

Crëpa Hof Zoom
Der Crëpa Hof entstand im 14. Jahrhundert. Er war vermutlich zunächst eine Schafschwaige.
Fussel Hof Zoom
Fussel Hof: Die Lage der alten Höfe in den steilen Hängen oberhalb von St. Christina, lässt das harte Leben erahnen.
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Der nächste Hof ist der „Paratoni Hof“, welcher bereits in Dokumenten aus dem 13. Jahrhundert auftaucht und dadurch zu den ältesten des Grödner Tales gehört. Mehr zu diesem Hof weiter unten.

Man bleibt auf Weg Nr. 1B, wo man noch so einige eindrucksvolle Höfe wie den Crëpa Hof bestaunen und die Aussicht auf Langkofel und Sellagruppe genießen kann. Schließlich kommt man an die Kreuzung mit der Plesdinazstraße, der man für ca. 50 Meter aufwärts folgt, um diese dann nach links auf den Kreuzweg (Nr. 32) sogleich wieder zu verlassen. Der Kreuzweg führt zunächst abwärts, bis er in einen Weg mündet, durch den man zurück zum historischen Ortskern von St. Christina gelangt. 

Insider-Tipp

Da man sich bei der Höfewanderung immer unterhalb von 1900 m befindet, kann die Wanderung meist schon früh im Jahr und auch bis weit in den Herbst hinein durchgeführt werden. Hervorzuheben ist hier sicherlich der Spätherbst. Im mittleren Teil der Wanderung, also ab den Ulëta Höfen, sind viele Lärchen, welche sich in der Zeit von Ende Oktober bis Anfang November goldig orange färben und ein magisches Bild abgeben. 

Ein weiteres Highlight im Herbst ist das Törggelen. Eine Eisacktaler Tradition, bei welcher man am Ende der Erntezeit einige besonders leckere Speisen zubereitet. Hierzu zählen Schlutzkrapfen, Knödel, Surfleisch, Sauerkraut und als Dessert Krapfen und Röstkastanien. Typische Törggelestuben finden sich eigentlich in tieferen Lagen bei Lajen. Ein Geheimtipp ist aber der bereits erwähnte Paratoni Hof. In dessen gemütlicher Stube kann man einige besonders feine traditionelle Gerichte genießen.

Wer sich weiter für das Thema interessiert, dem empfehlen wir das historische Bildarchiv von St. Christina.

Stube im Paratoni Hof Zoom
Bäuerin Gemma kocht für ihre Gäste in der kleinen ursprünglichen „Selchkuchl“ feine Ladinische Spezialitäten.
Paratoni Hof Zoom
Der historische Hof Paratoni wurde ca. im Jahre 1232 erbaut. Es ist eines der ältesten Höfe im Alpenraum.
Foto

Karten

  • Tabacco Nr.05, Gröden-Val Gardena. Die Tabacco Karten sind auch über die App zu erhalten.  
  • AV-Karte Nr. 52/I