Wanderung auf den Plattkofel
Diese Bergwanderung ermöglicht es einen knapp 3000 Meter hohen Dolomitengipfel mit fantastischem Ausblick zu erreichen, ohne dass dafür spezielle Kletterkenntnisse erforderlich sind.
Toureninfo
5 h
3 h
2 h
12,0 km
830 hm
830 hm
2969 m
- Januar
- Februar
- März
- April
- Mai
- Juni
- Juli
- August
- September
- Oktober
- November
- Dezember
Einleitung
„Nomen est omen“ ist beim Plattkofel ausgesprochen zutreffend. Während die Nordseite aus steilen Wänden und abweisenden Türmen besteht, ist die Südseite von großer geometrischer Homogenität geprägt: eine konstant steile Felsflanke, über welche diese äußerst lohnende Wanderung bis zum Gipfel des Plattkofel führt. Wer die notwendige Ausdauer mitbringt, kommt beim Plattkofel auf jeden Fall auf seine Kosten.
Anfahrt
Von der Brennerautobahn (A22) kommend fährt man durch das Grödner Tal (SS242) und bis aufs Sellajoch hoch. Parken kann man am gebührenpflichtigen Parkplatz beim Hotel Passo Sella.
Gröden ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erreichbar. Die Linie 350 fährt im Halbstundentakt von Waidbruck bzw. Klausen bis nach Wolkenstein. In Wolkenstein oder St. Ulrich steigt man dann auf die Linie Nr. 471 um.
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Beschreibung
Etappe 1: Sellajoch zur Plattkofelhütte
Vom Parkplatz am Sellajoch aus geht es zunächst Richtung Friedrich-August-Hütte, die man über den markierten Weg. Nr. 557 erreicht. Dieser startet direkt hinter dem Hotel Passo Sella links von der Talstation der kleinen Gondelbahn, die zur Langkofelscharte führt, wo sich der gleichnamige Klettersteig befindet. Man wandert so an der Salei Hütte vorbei, folgt dann dem Weg recht steil zu einem Sattel hinauf und anschließend zur bereits genannten Friedrich-August-Hütte hinunter.
Nun folgt ein langes aber weniger anstrengendes Stück entlang des schönen Friedrich-August-Weges (Nr. 557). Ungefähr auf halber Strecke zur Plattkofelhütte befindet sich die bewirtschaftete Sandro Pertini Hütte, die nach dem ehemaligen italienischen Staatspräsidenten Sandro Pertini benannt ist, der ein großer Liebhaber des Grödner Tals war und viele Urlaube in Wolkenstein verbracht hat.
Eindrucksvoll sind hierbei die Dolomitenwände, die man auf der linken Seite bestaunen kann. Die Grohmannspitze, Innerkoflerturm und Zahnkofel weisen senkrechte, teilweise sogar überhängende Felswände auf. Mit etwas Glück kann man manchmal den einen oder anderen wagemutigen Kletterer erblicken.
Die phänomenale Aussicht auf die Rosengartengruppe und das sonnige Fassatal machen das Wandern einfach und so erreicht man die Plattkofelhütte (2300 m), wo man noch mal die Kräfte sammeln und evtl. eine kurze Rast einlegen kann, bevor man den Aufstieg zum Gipfel des Plattkofel beginnt.
Etappe 2: Besteigung des Plattkofel
Der Markierte Weg Nr. 527 führt von der Plattkofelhütte Richtung Norden. Erst geht es noch mäßig steil über Almwiesen, doch schon bald befindet man sich am Fuße des Plattkofels und das Gras weicht dem Geröll und den Felsen. Es gilt sich die Kräfte gut einzuteilen und gelegentlich eine Rast einzulegen, um den Gipfel sicher zu erreichen. Es sind zwar keine Kletterkenntnisse notwendig, aber trotzdem ist ein sicheres Steigen Voraussetzung, um über die vielen Serpentinen nach oben zu gelangen.
Der kräftezehrende Aufstieg lohnt sich jedoch, denn der Gipfel ist knapp 3000 Meter hoch und belohnt den Bergwanderer mit einem atemberaubenden Ausblick. Nach Norden blickt man in schaurige Tiefen: steile Felswände und Schluchten fallen hunderte Meter bis zu den Cunfinböden ab. Dahinter kann man die einzelnen Gipfel der Langkofelgruppe bestaunen. Der Zahnkofel ist der erste im Osten, dahinter der Innerkofeler-Turm und die Grohmannspitze. Es folgen die Fünffinger und dann der mächtige Langkofel.
Rechts neben dem Gipfel des Langkofel sind im Hintergrund die Seceda Alm und die berühmten Geislerspitzen zu sehen. Vorgelagert liegt der Pic-Berg, auf den eine ebenfalls lohnende Wanderung führt. Im Tal liegt die Grödner Ortschaft St. Christina.
Bei guter Sicht, kann man weit dahinter die Gletscher der Zillertaler Alpen schimmern sehen. Nach Osten zeigt sich ein eindrucksvolles Bild der Dolomiten mit Marmolata, Sella, Civetta und im Süden die Palagruppe. Es schließt sich die Rosengartengruppe an und gegen Westen hin breiten sich die Wiesen und Wälder der Seiser Alm aus, die größte Hochebene Europas.
Etappe 3: Abstieg und zurück zum Sellajoch
Nach einer wohlverdienten Gipfelrast sollte aber auch rechtzeitig an den Abstieg gedacht werden, da dieser auch wieder lang ist. Im ersten Teil werden dabei besonders die Knie beansprucht, doch sobald man die Almwiesen oberhalb der Plattkofelhütte erreicht hat, wird das Wandern wieder angenehmer.
Wer nun etwas Hunger in der Magengrube verspürt, hat auf dem Weg zum Sellajoch die Qual der Wahl, was die Kulinarik anbelangt. Man wandert nämlich an mehreren bewirtschafteten Almhütten vorbei, die den einen oder anderen Gaumenschmaus servieren. Die Plattkofelalm legt dabei besonderen Wert auf Regionalität, hat eine eigene Almkäserei und stellt viele Produkte selbst her. Über den Friedrich-August-Weg wandert man anschließend, meist mit Blick auf den Col Rodella, wieder zurück und hinunter aufs Sellajoch.
Insider-Tipp
Es bestehen weitere Möglichkeiten auf den Gipfel des Plattkofel zu gelangen:
- Besonders ambitionierte Wanderer können den Plattkofel auch von St. Ulrich aus zu besteigen. Dabei fährt man mit der roten Gondelbahn von St.Ulrich auf die Seiser Alm hoch und wandert von dort über den Weg Nr. 9 bis Saltria. Hier nimmt man den Sessellift “Florian“, der einen zügig auf 2100 m befördert. Nun wandert man über den Weg Nr. 7A kurz abwärts und knapp oberhalb des Hotels Zallinger nimmt man den Weg Nr. 9, der relativ steil zur Plattkofelhütte hinauf führt. Weiter geht es wie oben beschrieben zum Gipfel des Plattkofel.
- Diejenigen, die ein alpineres Erlebnis suchen und den Gipfel kletternd erreichen wollen, bietet sich der Oskar-Schuster-Steig an. Der Klettersteig führt durch die zerklüfteten Schluchten, Rinnen und Felswände der Nordseite des Plattkofel. Der Ausstieg des Klettersteigs befindet sich nur leicht unterhalb vom Gipfel. Der Abstieg ist danach der gleiche, wie oben beschrieben.


Karten
- Tabacco Nr.05, Gröden-Val Gardena. Die Tabacco Karten sind auch über die App zu erhalten.
- AV-Karte Nr. 52/I
























